Sonntag, 3. Juli 2016

FUSSA16 Zwischenstand

Hier ein kleiner kurzer Zwischenstand mit schlechten Fotos. Das nähen hat gut angefangen und 3 Teile so gut wie beinahe fast fertig. Leider ist meine Motivation momentan nicht mehr so groß, ich war eher damit beschäftigt ein bisschen "home improvement" zu betreiben.

Und ich konnte mich einfach nicht aufraffen Fotos zu machen. Zumindest bügeln hätte ich die Teile noch sollen. Aber, ach... Zumindest habe ich jetzt schnell ein paar Handyfotos geknipst.

Das rote Kleid ist bis auf den Gehschlitz und den Saum fertig. Allerdings nur mit Zickzackschere versäubert.

Der Rock ist auch fertig, auch weil ich mich gegen ein Futter entscheiden habe. Der Stoff ist nicht so besonders, ich hatte ihn mit weniger polytierchen in Erinnerung. Aber immerhin ist er dann pflegeleicht ;).

Das Oberteil war eine ganz fixe Geschichte. Und gefällt mir wirklich gut. Vielleicht einen Tick weit und an den Armen etwas eng, aber Tragefotos von allem reiche ich dann zum Abschluss nach. Dann auch noch mal ein paar Details zu den Teilen.

 Was die anderen so geschafft haben findet Ihr bei minimaleextravaganz.


Dienstag, 7. Juni 2016

FUSSA16 Planung

Heute geht es beim FUSSA16 um die Planung. Was habe ich vor, welche Schnitte und welche Stoffe benutze ich.Ich bin gerade dabei mein überfülltest Stofflager etwas zu dezimieren. Deswegen habe ich mir auch bei diesen Aufgaben vorgenommen so wenig wie möglich dazu zu kaufen.

Als es dann darum ging zu entscheiden was ich nähen möchte, war ich weniger zurückhaltend. Am liebsten hätte ich drei Kleider, zwei Röcke und zwei Blusen auf der Liste. 5 Outfits im Grunde. Aber ich fürchte es ist völlig utopisch das zu schaffen in der kurzen Zeit. Oder auch im ganzen Jahr.

Dennoch Stelle ich mal vor um was es geht.

Ich möchte unbedingt das Seepferdchen Kleid machen, dafür würde ich einfach den Schnitt V8633 nehmen. Stoff habe ich jetzt gefunden. Das Muster ist super, aber es ist feiner Jersey, den ich wohl in Gänze mit Einlage bebügeln muss damit das funktioniert.
Nachdem ich die entsprechende Folge gesehen habe, hab ich festgestellt, dass auch das Kleid Taschen hat. Allerdings sah es nach Nahttaschen aus. Das trägt doch aber vermutlich im verhältnismäßig engen Schnitt auf. Da muss ich noch mal recherchieren. Falls ihr eine Meinung oder Idee diesbezüglich habt, immer her damit. :)

Ich würde gerne ein Kleid mit eingesetzten Taschen nähen. Dafür möchte ich den Schnitt V8667 etwas modifizieren. Als Stoff habe ich mir einen Stoff ausgesucht, der seit dem Stoffwechsel bei mir liegt. Denn als ich den Stoff für yacurama gekauft habe, fand ich ihn so schön (Leider im Gegensatz zu bewichtelten), dass ich mir auch gleich ein paar Meter in einer anderen Farbe mitgenommen habe. Eigentlich wollte ich daraus ein Kleid mit ausgestelltem Rock machen, denn ich denke er fällt gut. Aber er passt auch hier toll und man darf nicht jedem Plan störrisch nachhängen nicht wahr?



Das dritte Kleid, das wie ich finde ganz toll zu meiner Inspiration passt ist das  FLOUNCE HEM DRESS von Salme Sewing Patterns. Ein eng geschnittenes Kleid mit Volant am Saum. Hierfür habe ich aber leider nichts passendes im Stoffschrank liegen. Da müsste ich dazu kaufen. Es ist also auf der Prioritätenliste weiter hinten.

Für die Röcke habe ich mir einerseits einen Burda Schnitt (NR. 103B-022011-DL) ausgesucht, den ich auch schon mal genäht habe. Allerdings aus einem recht glänzenden Satin, und noch zu ist er nicht so ordentlich geworden, dass ich ihn in meine alltägliche Garderobe aufnehmen wollte. Ich bin auch ziemlich sicher diese Burda zu haben, allerdings scheint sie verschollen zu sein. Ich werde also noch mal suchen müssen oder mit einen anderen Schnitt raussuchen.

Als Stoff dient ein leicht elastischer Nadelstreifen, aus dem ich mir ernsthaft mal einen Hosenanzug nähen wollte, was ich inzwischen ziemlich absurd finde.





Für den zweiten Rock wollte ich gerne einen stylaArc Schnitt "Etta Woven skirt" nutzen der schon lange in meinem Nähordner rum liegt. Es ist ein Bleistift Rock mit Volants an den Seiten. Der Stoff wird vermutlich auch eine Leiche aus meinem Stoffschrank aus der ich glaube ich auch schon mal einen Rock nähen wollte.












Für die Blusen habe ich einerseits einen Rest Stoff in Auge gefasst, aus dem ich schon mal eine Bluse nähen wollte. Allerdings hatte ich beim Ärmeleinsetzen mit der Overlock ein Loch reingeschnitten und ich weiß gar nicht mehr wo das Teil gelandet ist. Allerdings war ich so verliebt in diesen Stoff, dass ich mich offensichtlich reichlich eingedeckt habe. Der Schnitt ist eine kostenloser Schnitt von so-sew-easy.com und hoffentlich schnell gemacht.









Der Andere Schnitt, der mich sofort an Addison erinnerte ist ein Burda Schnitt (NR. 122A-082012-DL) für eine einfache Bluse mit Schluppe hinten. Ein bisschen sorgt mich, dass da wirklich gar keine Abnäher sind. Aber wir werden sehen. Beim Stoff bin ich noch nicht ganz Sicher.

Jedenfalls lege ich die Tage einfach mal los und schaue wie weit ich komme. Vielleicht wird ja das ein oder andere Teil fertig. 

Was die anderen Planen findet ihr beim minimale extravaganz.

Samstag, 28. Mai 2016

FUSSA 2016 - Inspiration und Ideen

Als ich vor einiger Zeit zufällig Blogartikel zum FUSSA gelesen hatte, war ich ganz begeistert. Eine tolle Idee. Man hat ja doch oft Sendungen und fiktive Personen, deren Kleidungsstil man einfach toll findet. Und dieses Jahr macht yacurama von minimale extreavaganz wieder ein FUSSA.

Als ich die Artikel damals gelesen habe war mir sofort klar, wer meine Inspiration wäre, sollte es wieder einen FUSSA geben. Ohne jede Frage: Addision Montgomery!
 
(Da ich leider keine Rechte an Bildern der Sendung habe, kann ich sie hier nicht einstellen. Zwar könnte man mit einem Bildzitat argumentieren, aber das steht auch auf wackeligen Beinen. Deshalb müsst ihr leider den Links folgen um Bilder zu sehen. Sorry)



Wie man als Ärztin in Highheels und Shiftkleidern über den Tag kommt sei mal dahin gestellt. Toll aussehen tut es alle mal.

Ein Kleid hängen mir dabei besonders in Erinnerung:

Das Seepferdchenkleid:
Ein eng anliegendes Kleid mir tiefem V-Ausschnitt, schwarzer Grund. Weiße Äste(?) und einzelne gelbe Tupfer in Form von Seepferdchen. Alleine diese Schwarz/Weiß mit einem Tick Farbe hat mich schon beim ersten Ansehen gefesselt.

Das Kleid hätte ich gerne so im Schrank hängen. Aber das liegt hauptsächlich am Stoff. Ob ich einen passenden Stoff finde ist allerdings die große Frage. (Wenn jemand Tipps hat freue ich mich sehr) Einen Schnitt der grob in die Richtung geht habe ich schon zu liegen.


Ansonsten gibt es auch ein paar Etuikleider mit aufgesetzten Taschen, was ich besonders charmant finde. Als erstes ein Kleid mit gelbem Kontrast Band ein. Den Stil finde ich schön, und macht das figurbetonte Kleid doch etwas legerer.

Ansonsten trägt sie regelmäßig Etuikleider und Bleistiftröcke mit Blusen. Selten ist sie ohne Trenchcoat zu sehen.

Den Trenchcoat habe ich ja schon, mit dem Robson-Coat den ich bei sewing-by-the-sea genäht habe :). Wenn ich Stoff finde würde ich sehr gerne das Seepferdchenkleid machen. Und dann was mit Taschen. Oder einen engen Rock...  Aber für die genaue Planung habe ich ja noch ein paar Tage Zeit.

Die anderen Inspirationen findet Ihr bei minimale extravaganz.

Mittwoch, 27. April 2016

Der Robson Coat

Zum Glück hatte ich früh mit der Vorbereitung für #sewingbythesea angefangen. Denn ich lag dann bald 4 Wochen mit einer fiesen Grippe flach und hatte weder die Kraft noch Lust mich weiter damit zu beschäftigen. Wie im Vorbereitungspost beschrieben war mir das Armloch mal wieder zu tief und die Schultern hingen zu weit raus. Deswegen habe ich es verkleinert.


Leider war das für mich komplizierter als erwartet. Das Schnittmuster hat ja schon eine eigene Form: Das Armloch ist zum Großteil im Seitenteil, also nicht zweigeteilt an einer Seitennaht. Und auch der Zweiteilige Ärmel ist an für mich ungewohnter Stelle geteilt. 

Das Armloch ist dadurch eigentlich sehr leicht anzupassen, aber beim Ärmel habe ich dann versagt. Irgendwie hatte ich einen Knoten im Knopf, der auch dadurch schlimm wurde, dass ich relativ viel tiefe raus nehmen wollte und ich dadurch die Form des Ärmels recht stark geändert hätte. Also musste ich erst mal drüber Schlafen um zu entscheiden wie ich das am besten angehe. Eigentlich wollte ich auch noch ein cut-on gusset ausprobieren. Also habe ich zwei Versionen gemacht. Einmal eine Schnittmuster Änderung mit Armlochverkleinerung ohne gusset und einmal verkleinert mit gusset.

Die Idee war, eine Version rechts eine Version links einzunähen und es dann direkt vergleichen zu können. Die gesamte gusset Änderung habe ich aber völlig verdüsselt. Der Ärmel passte absolut nicht und so konnte ich ihn nicht ein nähen.
Und da ich absolut keinen Nerv und auch keine Zeit mehr hatte das neu anzugehen habe ich mich gegen das gusset entschieden.





Ich hatte auch überlegt, ob ich ihn etwas enger machen sollte. Das Feedback zum Vorbereitungspost hat mich dann vom Gegenteil überzeugt. Genäht habe ich ihn dann bei sewingbythesea. Und es war gut ihn dort mit hin genommen zu haben. Es war ein wirklich aufwändiges Projekt. Durch das Schrägband und die Ziernaht habe ich fast jede Naht drei mal genäht. Zu hause wäre das Projekt sicher schnell in der "irgendwann mach ich daran weiter" Ecke gelandet. Aber ich habe am Wochenende durchgehalten und bin auch fertig geworden. (Bis auf einen Knopf, den ich noch versetzen musste)
Das Futter ist jetzt ein Baumwollsatin von stoff-handel.de geworden, in den ich mich inzwischen total verliebt habe. Es ist die blaue Version des Stoffs vom Brigitte Business Kleid.


Und ich habe bei dem Saum die Anleitung nicht genau studiert und habe statt 2,5cm vom Saum nur ca. 6mm vom Saum den Zierstich gesetzt. Dadurch hielt der Umschlag nicht, ich habe ihn dann mit Handstichen fixiert. Ich fürchte allerdings, dass dadurch der Saum etwas komisch fällt. Ich überlege noch einfach eine zweite Naht bei 2,5cm zu setzen. 


Aber ansonsten bin ich sehr zufrieden mit dem Mantel. Und habe ihn dank zwischenzeitlichem Frühlingsbeginn auch schon regelmäßig an.

Dazu habe ich einen (leicht verrutschten) noch nicht verbloggten Rock an ( nach V7937) und das Mai-Top aus der 12 Tops Challenge. Und damit reihe ich mich heute ein beim MeMadeMittwoch ein. Dort zeigt sich Karin von dreikah heute in einem wunderbaren Sommerkleid.

Freitag, 8. April 2016

Auf der Suche nach der Bluse

Wie in meiner 16 in 2016 Liste angekündigt möchte ich endlich einen Blusenschnitt finden aus dem ich mir ein paar alltagstaugliche Blusen nähen kann. Eigentlich trage ich im Büro gerne Blusen. Allerdings sind gekaufte Blusen im allgemeinen zu kurz. besonders an den Ärmeln. Und ich habe auch schon ein paar hübsche Blusenstoffe im Schrank die vernäht werden wollen.

Granville
Im letzten Jahr hatte ich große Hoffnung in das Granville Shirt von Sewaholic gesetzt. Allerdings bin ich mit dem Schnitt nicht zufrieden. Für die "Standard" Bluse hätte ich lieber etwas enger geschnittenes. Für etwas weites weich fallendes lieber einen Schnitt ohne Kragen.

Deshalb bin ich noch immer auf der Suche und habe etwas recherchiert, was es so gibt, das in Frage käme:

Camas Blouse von Thread Theory. Eigentlich keine klassische Bluse, aber ich habe zwei ähnliche Kaufblusen die ich eigentlich sehr gerne trage. Verlangt eigentlich etwas Strech im Material, kann aber für Webware geändert werden.

Schluppenbluse von PatternRunway: Eine Schlichte Schluppenbluse, sitzt aber auch eher locker.

Einfache Bluse mit Abnähern vorne und hinten. Der Schnitt enthält Variation für verschiedene Ärmellängen und Schluppe.

Bluse mit Prinzessnähten vorne und hinten. Vom Schnitt vermutlich figurbet
onter, aber ich weiß nicht ob ich die Prinzessnähte wirklich gut finde...

Klassiche Bluse, ebenfalls mit Abnähern vorne.  

Long Bluse. Mit Tailliennaht. Eigentlich ganz nett. aber die Rückansicht. ich weiß nicht... 

"Bluse im Herrenstil" was auch immer das heißt. Etwas länger. Vordere Abnäher.

Ein Blusen Body. Finde ich irgendwie gut...

Der Schnitt für die Camas Blouse liegt schon bereit und kommt wohl als erstes unter die Maschine. Für die klassische Bluse muss ich noch ein bisschen überlegen. Vielleicht habt ihr ja noch Ideen für Schnittmuster, ich freue mich über Input.



Samstag, 26. März 2016

Sewingbythesea 2016


Am Donnerstag Vormittag ging es los. Von Berlin über Hamburg nach Kiel. Dort hat mich mitheisserNadel aufgesammelt. Ich fand es schon ganz toll, dass sie mir das angeboten hat, denn wir kannten uns ja auch nur über das Internet ein wenig. Aber das war schon ein Vorgeschmack was mich etwa 20 Minuten später beim Schloss Noer erwartete: Eine ungewohnte direkte Vertrautheit mit Menschen die ich vorher nie persönlich getroffen habe und teilweise nicht mal online "kenne". Dennoch war es irgendwie sofort heimelig. Als wir ankamen war es schon recht voll aber ich fand noch ein Nähplätzchen am Tisch von @rosa_baenkchen und direkt neben FrauVonWelt und aboutmybuttonbox.
Das Nähzimmer

Nach einem fröhlichen Jugenherbergs-Abendessen ging es dann auch gleich los an die Maschinen. Nach einer Kurzen Vorstellungsrunde legten alle los. Der ganze Raum ratterte und ich kam in den Genuss des beruhigend tiefen Sounds von FrauvonWelts Elna (Der Porsche). Mein Projekt war ja der Robson Coat mit "Futter". Zum Glück hatte ich erst mal die stupide Arbeit die Futterteile an die Stoffteile zu heften, die Anreise hatte mich schon etwas geschafft. Deshalb ging der Abend auch bald in quatschen und Steckbriefwand begutachten über, bevor es in die semi bequemen Herbergsbetten ging.

Die Nacht wurde dann jäh unterbrochen von der nächtlichen Sirene der freiwilligen Feuerwehr santa-lucia-patterns und mich, als olle Stadtkinder erst mal in Alarmbereitschaft versetzte. Nach einer entsprechend unruhigen Nacht, ging es nach dem Frühstück wieder an die Maschinen.
Essenseindrücke

Es ist schon ein Genuss mal solange gezielt am Stück zu nähen. Und auch sehr praktisch, dass einen die Umgebung bei der Sache hält. Dennoch war ich bis zum Mittag etwas ernüchtert. Durch das Schrägband und die Ziernaht habe ich fast alle Nähte 3 mal nähen müssen. Dass ich am Wochenende damit fertig würde schien mir dann doch nicht ganz realistisch. Ich wollte ja auch auch ans Wasser und @rosa_baenkchen und ich wollten uns am nächsten Vormittag noch Eckerförde anschauen.

Nach einem fleißigen Nachmittag sind wir dann auch zu einem schönen Strandspaziergang aufgebrochen und haben uns die Seeluft um die Ohren pusten lassen. Danach ging es wieder ans nähen und der Abend klang bald mit tollen Gesprächen und viel lachen aus. Es war erstaunlich wie einfach und zwanglos man mit jedem ins Gespräch kam. Und ich habe ganz tolle Menschen kennengelernt.

Am nächsten Morgen ging es dann nach Eckernförde zu einem genüsslichen Käsefrühstück und Mitbringsel besorgen. Pünktlich zum Mittag waren wir wieder da und so ging es nach einer Stärkung wieder an die Maschinen. Inzwischen hatte sich bei mir Hoffnung breit gemacht das Projekt vielleicht doch noch zu vollenden und ich war voll dabei. Zum späten Abend hin gab es dann bei mir leichte Gürtelschlaufen-wenden-Zusammenbrüche, die allerdings durch viel Gelächter und tolle Gesellschaft eher zum Highlight wurden.

Tatsächlich musste ich dann am nächsten Morgen "nur noch" die Knopflöcher nähen und die 13 Knöpfe anbringen. Und sogar das habe ich geschafft. Allerdings habe ich einen Knopf an der falschen Stelle angenäht, musste dann aber doch endlich mal zusammen packen. Genau genommen ist er also nicht ganz fertig wieder mit nach hause gefahren. Details zum Mantel gibt es dann in einem gesonderten Post.

Der fertige Mantel

Es war ein ganz tolles Wochenende, mit tollen Menschen und ich habe sehr viel Spaß gehabt und auch einiges gelernt.

Vielen Dank an Euch alle.
Die Anderen Berichte zu Sewingbythesea findet Ihr bei MamaMachtSachen.

Montag, 8. Februar 2016

Eine Ode an meinen feministischen Ehemann

Er ist der beste Ehemann von allen, zumindest für mich. Deswegen habe ich ihn mir ausgesucht. Er ist der tollste Hörnchen-Papa, mein bester Freund und meine große Liebe. Natürlich sind wir uns nicht immer einig. Natürlich blaffen wir uns an, oder grummel still vor uns hin, weil der andere etwas gemacht hat, was wir nicht gut finden. Aber wir versuchen uns immer das Leben soweit wir können einfacher zu machen. Deswegen tue ich meinem Mann gerne etwas gutes. Da bin ich mir auch nicht zu blöd, ihm ein Bier zu bringen wenn er mit seinen Jungs zockt, oder ihm auch seine Hausschuhe zu bringen wenn ich mir meine anziehe.

Und dann lese ich heute drehumdibolzens Tweet der mich zu dem Artikel mit dem schönen Titel "Feministische Vaterschaft?!" führt.
Und merke: es ist viel zu wenig. Ich müsste meinem Mann huldigen. Weil er offensichtlich zu einer kaum existenten Minderheit gehört. Der sich den Mist des Alltags mit mir teil. Selbstverständlich. Und auch für mich selbstverständlich.

Auch wir sind wohl ab der Norm, aber es kommt mir so gar nicht so vor. Es war heute ein ganz normaler Tag. Wir haben die Kinder gemeinsam zur Kita gebracht, ich bin ins Büro, der bEva ins Homeoffice. Er hat dann die Kinder zum Mittagsschlaf nach hause geholt, weil sie nicht ganz fit sind und zu hause besser schlafen. Er hat sie gebadet weil wir das wegen Krankheit am WE nicht geschafft haben. Irgendwann hat er noch die Waschmaschine angeworfen. Ich bin auf dem Heimweg Brot holen gegangen. Wir haben Abendbrot gegessen. Die Hörnchen bettfertig gemacht und ins Bett gesteckt. Als ich wie jeden Abend noch für sie singe, hat er weiter aufgeräumt und abgewaschen. An einem anderen Tag wäre es vielleicht genau andersherum.

Und ich habe mich bedankt bei ihm. Nicht weil es etwas außergewöhnliches ist sondern weil ich ihm dankbar bin, dass er das tut. Genauso wie er mir dankt, wenn ich die Wäsche lege, oder ihm den Rücken frei halte, so wie er mir heute.

Aber wenn ich solche Artikel und Kommentare lese, klingt es immer so als gäbe es solche Männer nicht. Als würden Männer gerade soviel tun um gelobt zu werden. Aber eigentlich wollen sie nur eins: Karriere und das brave Frauchen, dass zu Hause sitzt. Und überhaupt tun sie nie etwas im Haushalt. Und kümmern sich nicht um die "unsichtbaren Arbeiten". (Sprich: Der dumme Kerl sieht einfach nicht was zu tun ist)

Und ja, es gibt auch bei uns Situationen, in denen ich denke "Da hättest Du jetzt auch dran denken können" oder "Klar, das muss ich natürlich wieder machen". Aber ganz ehrlich, es gibt mindestens genauso viele Situationen, in denen ich mich drauf ausruhe, dass Aufgaben vermeintlich seine Aufgaben sind. Ich saß z.B. noch nie bei unserem Steuerberater, ich bringe das Auto nicht zur Wartung, ich mähe nur Rasen wenn er nicht da ist. Ich überlasse ihm gerne die Entscheidung zu unserem Telefonanbieter, oder welches NAS wir kaufen. Und warum? Weil ich weiß, dass er das macht.

Weiß er, dass ich darauf achte wann wir Klopapier brauchen, dass ich die Nacht-Milchfläschchen abfülle (Ja die gibt es leider immer noch), das Windelabo aktualisiere, die nächste Größe Kinderklamotten auffülle. Klar weiß er das. Und kümmert sich nicht weiter darum. Würde er es tun, wenn ich ihn bitte, oder es vergesse? Selbstverständlich. Wenn es sein müsste, säße ich ja auch beim Steuerberater oder würde verschiedene NAS vergleichen.

Aber ganz wie drehumdiebolzen sagt: Nicht den Mund aufmachen, heißt einerseits "selber Schuld" und andererseits unfair und ist kein bisschen hilfreich beim vermeintlichen Problem.
 
Und um noch mal eins klar zu stellen, weil es mich jedes Mal tierisch nervt: Es ist ein Ding für den Vater die zwei Monate der 14 Monaten Elternzeit nicht zu nehmen. Ein anderer zusätzliche Monate zu nehmen. Jeder weitere Monat kostet einfach Geld.

Wir hätten durch die Zwillinge tatsächlich beide 14 Monate auf 65% zu hause bleiben können. Aber das hätte uns ca. 1000€ gekostet pro Monat. Wir wollen noch ein Haus bauen, irgendwann. Da sind 14.000€ nicht zu unterschätzen. Klar könnte man das gleich 7/7 Monate aufteilen. Aber wann habe ich meine Elternzeit geplant? Vor der Geburt. Als ich dachte ich könnte ein Jahr stillen. Da wollte ich zu hause sein.
Und dann blieben nur noch 2 Monate für meinen Mann. die finanziell annehmbar waren. (Dennoch haben wir uns zwei extra Monate geleistet. Für uns. Das war eine gemeinsame Entscheidung. Eine Finanzielle.)

Ich liebe meinen Mann. Ich liebe es, dass er für ihn genauso selbstverständlich ist, dass ich an meiner Promotion arbeite wie für mich, dass er das tut. Und vielleicht ist es nicht die Norm, aber doch ganz normal für mich: Es ist normal, dass wir uns gemeinsam durch den Alltag kämpfen. Und ganz ehrlich: Ich fülle dreimal lieber Milchflaschen ab, als den Wagen in die Werkstatt zu fahren. ;)

Und auch wenn es normal für mich ist was er tut: Danke für alles, ich hoffe ich sage es Dir oft genug, mein bester Ehemann von allen. Ich bin sehr glücklich, dass wir unsere Leben gemeinsam verbringen.